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Report

 

12. Febr. 1862

 

An eine Hohe Königliche Kreisdirection zu Leipzig!

 

Auf der mir von Einer Hohen Königl. Kreisdirection unterm 5. d. M. zugefertigten Schreiben gebe ich hierdurch die ergebenste Erklärung ab, dass im Jahre 1861 nur der nachstehende Mann aus dem Königreiche Sachsen durch meine Vermittlung nach Amerika expedirt worden ist.

Leipzig 12. Februar 1862

 

Mit größter Hochachtung ergebenste

Ottomar Rödl

Conc. Agent

 

Am 10. April 1861

Ernst Kaeßner, Schneidermeister aus Leipzig, 35 Jahre alt

Reiste nach New York um Erwerb zu suchen.

Legitimation; Paß v. Polizeiamte Leipzig dtto 10. April 1861. No 372.* 

 

*Quelle: Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden, Ministerium des Innern, Nr. 5609, Fol. 195

 

 

Verbrecherjagd

 

Am Mittwoch dem 26. November 1862 landete die Meldung von Traugott Müllers Festnahme auf den Frühstückstischen deutscher Einwanderer in Cincinati. Die Tageszeitung „Tägliches Cincinati Volksblatt“ brachte die Sache druckfrisch zur Verbreitung. Auch die Tageszeitungen in Deutschland berichteten davon. Der neue Auslieferungsvertrag zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika, kam gerade im rechten Augenblick.

Nach dem Betrüger Traugott Müller, alias Franz Schück oder auch Franz Schenk, wurde seit langem gefahndet. Er schuldete Gläubigern mindestens 16.000 Thaler.

Schon seit einigen Tagen beobachtete der Polizeidetektiv Baylis den Gesuchten. Müller war als Franz Schenk im Hotel Frey´s Cincinati abgestiegen. Der Detektiv hatte folgende Personenbeschreibung.

„Müller ist 56 Jahre alt, Statur 70 bis 71 inches, Haare dunkelbraun, Augen grau, Gesicht lang und blass, Nase spitz, Mund mittelgroß. Als er abreiste, hatte er einen dunkelbraunen Sommerovercoat, einen Mantel aus dunklen grauen Sommerstoff, Hosen desselben Stoffs und eines dunkelbraunen niedrigen Hut.“

Schließlich ging der „europäische Fälscher“ dem Polizisten ins Netz.

Die Verhandlungen um die Auslieferung sollten noch lange andauern. Die Akte Traugott Müller beschäftigte das Sächsische Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten noch lange. Die Amerikanischen Behörden setzten sogar das Essen des Detektivs im Hotel auf die Rechnung.*

 

* Quelle: Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden, Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten, Nr. 8470

 

 
     

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